

1981 bis 2000: Die Zahl der Weberinnen nimmt weiter ab. Der Laden in Meiringen läuft gut, er kann nach einigen Jahren sogar vergrössert werden. Ohne Verkauf von Handelswaren, welcher bald den grössten Teil des Umsatzes ausmacht, könnte die HWO kaum mehr bestehen.
Die längjährige Geschäftsführerin tritt in den Ruhestand. Ihre Nachfolgerin hat keine sehr geschickte Hand in der Führung der HWO und wird nach kurzer Zeit ersetzt. Es ist aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr möglich, eine Geschäftsführerin voll anzustellen. Im Herbst 1991 übernimmt eine Mitarbeiterin die Geschäftsleitung; sie arbeitet knapp 50%.
Die letzten 20 Jahre sind geprägt von einigem Auf und Ab.
Es gibt gute Jahre, die zu neuer Hoffnung Anlass geben, aber auch sehr schlechte
Geschäftsjahre, die finanziell schwer zu schaffen machen. Geprägt
sind sie auch von einem Grundlegenden Wandel: Ging es früher
vor allem darum, den Frauen im Haslital einen Nebenverdienst zu bieten, steht
heute eindeutig die Erhaltung alten, äusserst wertvollen und einzigartigen
Kulturgutes im Vordergrund.
| Die Geschichte der Handweberei Oberhasli (HWO) | ||
Die ersten 50 Jahre: Kurz
vor dem ersten Welt- krieg wird eine Genossenschaft gegründet,
um die jahrhunderte alte Hausweberei im Haslital zu organi-sieren und
zu einem eigentlichen Heimarbeitsge-werbe auszubauen. Nach einem guten
Start sorgt der Ausbruch des Krieges jedoch für ein erstes Tief.
Es folgen aber auch wieder bessere Zeiten, und im Winter 1925/26 werden
in fünf Gemeinden des Be-zirks nicht weniger als 89 Weberinnen
beschäftigt. Die Weberei bringt vielen Bergbauernfamilien einen
willkommenen Zustupf zum kargen Einkommen. Die einzigartigen Hasli-Webmuster
finden weit herum An-klang. Der zweite Weltkrieg bedroht die Existenz
der HWO erneut, doch ist es trotz widriger Umstände möglich,
den Betrieb aufrecht zu erhalten. Die Nach-frage nach Haslistoff bricht
nicht mehr ab, und die Zahl der Hausweberinnen und auch der Geschäfts-umsatz
nehmen wieder zu. |
1971: Die Handweberei Oberhasli beschäftigt immer noch 47 Weberinnen. Ein Industriebetrieb in Innertkirchen wirbt Frauen ab und bezahlt höhere Löhne. 1973: Die Zahl der Weberinnen nimmt rapid ab, es arbeiten nur noch 27 Frauen für die HWO. 1975: Erstmals machen der HWO finanzielle Engpässe zu schaffen. Die Gemeinden im Amtsbezirk Oberhasli werden um Beiträge angefragt und unterstützen uns seither mit Jahresbeiträgen. 1978: Es herrscht Krisenstimmung. Man überlegt ernsthaft, wie es weiter gehen soll. 1980: Im Dezember wird in Meiringen ein Verkaufsladen eröffnet, der nebst dem "Hasli-Gewobenen" nun auch Kunsthandwerk aus der ganzen Schweiz führt. Die Situation verbessert sich etwas, die Sorgen halten jedoch an. |
|




